Die radikale vulkanische Regierung hatte den Export dieser Güter zu nicht vulkanischen Welten und Firmen verboten. Ein neuer vulkanischer Nationalstolz war erwacht und gefiel vielen Vulkaniern, die sich - gemäß ihrer eigenen Ideale von Logik und dem Weglassen von Gefühlen - ohnehin als die bessere Rasse gesehen hatten.

Während dieser Entwicklungen etablierte sich nahezu gleichzeitig in der benachbarten Andromeda Galaxie ein neuer Machtblock, der sich seit vielen Jahrzehnten immer wieder in Konflikten mit den Borg befunden hatte. Die Seleniten, eine insektoide Rasse, war selbst auf extreme Expansion ausgelegt und stieß so immer wieder mit den Borg zusammen. Rückblickend gesehen, war die Entwicklung in Andromeda doch ein entscheidender Faktor, der die Borg daran gehindert hatte, in der vor einigen Jahren stattfindenden Krise im Solsystem nicht zuzuschlagen. Nur war sich damals niemand darüber im Klaren und die Borg hatten kein Interesse daran, diese Konflikte öffentlich zu machen.

Die Seleniten waren ein an sich rationales Volk, welches eher an friedlicher Expansion interessiert war als an Kriegen, aber ging keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Die Seleniten - die G‘Kar - begannen, erste Brückenköpfe in Richtung der nächstgelegenen Galaxie zu errichten und zerstörten mehr oder weniger unabsichtlich romulanische Sateliten, die in weiten Umlaufbahnen die Telemetrie der romulanischen Flotte stützen sollten. Das romulanische Imperium sah sich unvermittelt in einen potentiellen Krieg verwickelt, der dann aber nicht stattfand. Die G‘kar waren vor etwa 200 Jahren einem klingonischen Kreuzer begegnet, die Mar‘kach, und waren tief beeindruckt, mit welcher Todesverachtung sich die Klingonen in die weit überlegenen Reihen der Seleniten warfen und - logischerweise - starben. Sinnigerweise aber trug dieses Gefecht zu Legenden bei, die sich entwickelt hatten und den Klingonen in den Facettenaugen der G‘kar den Status von übermächtigen Helden eingebracht hatten.

Es waren später eben die Klingonen, die auf der Suche nach Rohstoffquellen - die vulkanischen Quellen waren in unerreichbare Weite gerückt - in den Konflikt zwischen den G‘Kar und den Romulanern gerieten und aufgrund ihres Heldenstatus schnell zu Vermittlern wurden. Die Klingonen hatten sich im Lauf der Jahrhunderte in eine andere Richtung entwickelt. Zwar war der Militärapparat noch immer sehr groß, aber es hatten sich gänzlich andere Strömungen entwickelt, die den Klingonen in weiten Teilen der Galaxis Türen öffneten. Als Vermittler in einer solchen Krise waren sie noch nie tätig gewesen.

Und prompt nahm die Entwicklung abermals einen komplett neuen, unerwarteten Verlauf. Die Romulaner sahen sich durch die durch ehrlichen Respekt getragenen Beziehungen zwischen Klingonen und G‘Kar schon alleine geografisch gesehen in der Zange und begannen in aller Heimlichkeit Verhandlungen mit der neuen vulkanischen Regierung, die es nur als logisch ansah, neue Bündnisse zu prüfen. Denn trotz des Reichtums an Rohstoffen war Vulkan in Belangen der Landwirtschaft sehr wohl auf Importe angewiesen. Diese blieben aufgrund der Krise natürlich aus und so kam es im Dezember 2381 zur ersten historisch belegten Hungerkatastrophe auf Vulkan, in deren Verlauf etwa 200.000 Tote zu beklagen waren.