Diese auf wissenschaftlicher und vor allem friedlicher Koexistenz basierende Zusammenarbeit währte jedoch nicht lange. Etwa vier Jahre später, im Jahre 2380 hatte sich eine vulkanische Splittergruppe zum ernstzunehmenden Machtfaktor entwickelt. Diese Entwicklung hatte schon ca. 15 Jahre zuvor begonnen, aber die von Teilen der Bevölkerung als „überliberal“ empfundene zentrale Regierung hatte der Okht‘medan Partei die Mitglieder geradezu in die Arme getrieben, als im Jahre 2378 ein Gesetz verabschiedet wurde, das nicht vulkanisch Geborenen Besitz- und Erbrechte zusprach.

Während dieses Gesetz auf allen möglichen Welten und Kulturen als positiv und wegweisend angesehen wurde - in den meisten Kulturen waren diese Besitz- und Erbrechte längst liberalisiert worden - stieß dieses Gesetz auf Vulkan selbst auf heftigsten Widerstand. Die besagte Okht‘medan Partei stellte daraufhin nach den folgenden Wahlen die absolute Mehrheit im Regierungsrat. Nichtvulkanische Investoren, Bewohner und Arbeiter wurden daraufhin unter scharfe Kontrolle gestellt. Besitztümer, die von nicht Vulkan Geborenen vererbt werden sollten, wurden vom Staat eingezogen.

In kürzester Zeit gab es große wirtschaftliche Probleme, denn Investoren von anderen Planeten zogen sich fast panikartig zurück und die vulkanische Wirtschaft geriet schnell in Schieflage. Interessanterweise gaben die meisten Vulkanier aber nicht ihrer eigenen Regierung die Schuld - es wäre ja unlogisch, eine unfähige Regierung gewählt zu haben... - sondern den Investoren und Konzernen, die sich aufgrund dieses Gesetzes zurückgezogen hatten. Der Vorwurf, die Investoren und Konzerne hätten von Beginn an vorgehabt, Vulkan als wirtschaftliche und politische Macht zu schwächen, wurde immer lauter.

Mit einem Mal sah sich nicht nur Vulkan vor einem Bürgerkrieg, sondern die gesamte Union vor einer Zerreißprobe. Denn interessanterweise waren es ausgerechnet die Klingonen, die in der vorherrschenden Regierung auf Vulkan eine Bedrohung ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen sahen. Das klingonische Reich hatte nicht unbedingt weiter expandiert, aber die durchaus kluge Politik einer neuen Generation von klingonischen Führern hatte für einen nie gekannten Wohlstand und eine Blüte von Kunst und Philosophie gesorgt. Und eben diese Werte waren durch die vulkanischen Bestimmungen und das neue Gesetz nicht nur gefährdet, sondern ernsthaft bedroht. Rohstoffe wie seltene Erze und Mineralien, die bei den Klingonen zur Weiterverarbeitung benötigt wurden, gingen urplötzlich zur Neige bzw, stiegen die Preise ins Unbezahlbare.